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Waren wir hier nicht schon mal!?

Es riecht wie auf der Ziegenfarm, es ist genauso dreckig wie auf der Ziegenfarm und die Leute sind so unfreundlich wie auf der Ziegenfarm!!! ist aber nur ein langweiliger Kanuverein. Voller Hoffnung auf nette Kanutouren und freundliche Gesellschaft, die wir aus dem sehr sympathisch klingendem Text in dem wwoof-Buch geschöpft hatten, sagten wir good-bye zu Nathalie im Hippydorf Nimbin, wo es wirklich schön war, und machten uns auf den Weg ins 3 Stunden entfernte Bellingen. Dort kamen wir mit 20 min Verspätung an, was für NZ und AUR vollkommen normal ist, und wurden eine halbe Stunde später abgeholt. 5 min und einen Kaffe später ging es auch gleich an die Arbeit - „WE have to clean a cottage, which hasn't been cleaned for about 6 months from inside and 2 years from outside“ - sagte Daniel, der „Chef“, der sich aber von seinem Horrorweib unterbuttern lässt. Na gut, wieso nicht. Es stellte sich raus, dass die Hütte, von dem er sprach, unsere Unterkunft ist. Zu dritt (Claudi, ich und französischer wwoofer → that means „we“) haben wir 2 Zimmer und Badezimmer mit Plumpsklo, innerhalb von 2 ½ Stunden sauber gemacht. Wir dachten uns „Mensch, das ist ja dreckiger als in Nathalies Garage“, Betonung liegt auf dem Wort GARAGE!!! Daniels Frau Jody, erklärte uns später, dass die Hütte normalerweise nicht so dreckig sei, aber wie wwoofer nun mal sind, machen die aaaaalles dreckig. Nur zur Erinnerung: „... which hasn't been cleaned for about 6 months from inside...“. Alles klar Jody, deshalb sieht DEIN Haus von innen auch aus als würdest du mit Dreck um dich schleudern. Na gut, wenigstens soll es ja lecker essen geben („sensationally yummy food“) und Kanutouren können wir auch machen. Dachten wir, aber Griff ins Klo. Essen wurde aus dem billigsten Schruts gemacht, den es zu kaufen gibt, organic war davon nichts! (willing workers on ORGANIC farms), es gab ja nicht mal nen Gemüsegarten. Nach der ersten Nacht in unserer frisch geputzten Hütte begann die richtige Arbeit. 5 Stunden lang haben wir zu zweit das dritte Zimmer in der Hütte geputzt. Was fanden wir? Rattenscheiße, Rattenpisse und – man glaubt es kaum – eine Ratte! Von den zweitausend Spinnen brauch ich erst gar nicht anfangen zu reden. Danach bat uns Jody, ach was sage ich... forderte uns Jody auf, ihr beim Kochen zu helfen, was weitere 2 Stunden dauert, da Jody Freitags für die ganze Woche kocht und den Fraß einfriert. Ich fragte Jody, ob sie uns 3 zum Kochen braucht, denn ich würde soooo gerne das Badezimmer putzen, in dem ich sonst nicht geduscht hätte. So dreckig war es. Natürlich durfte ich putzen (danke, wie gnädig), wurde aber am nächsten Tag verbal dafür bestraft, weil ich NIE „yes“ gesagt habe, wenn ich was machen sollte, sondern „but“ - haaalloooo, bist du bescheuert? Ich hab 6 Stunden für dich geputzt und 1 Stunde gekocht. Ach nein, halt, das habe ich ja für Daniel gemacht, alllleeees klar! Bullshit! Natürlich konnten wir wegen der unnormal langen Arbeitszeit (7 Stunden) keine Kanutour machen. Nachdem dann weitere Ermahnungen und Verbote bezüglich des Internet- und Telefongebrauchs folgten (immerhin gibt es doch eine Telefonzelle auf der Straße!), führte es zwischen Jody und mir zu weiteren verbalen Auseinandersetzungen, in denen ich ihr erklärte, was es bedeutet ein wwoofer zu sein. Was ich noch vergessen hatte zu erwähnen, sie wusste weder unsere Namen, noch was in unserer E-mail stand (Daniel auch nicht), woraus ich die Schlussfolgerung machte, dass sie sich höchstwahrscheinlich recht wenig für ihre billigen Arbeitskräfte interessierte. Und ich mich nicht für sie. Deshalb wurde mir vorgeworfen, ich sei die ERSTE Person innerhalb von 10 Jahren, die die gesamte Küche (Jody, Claudi und mich) zum Schweigen gebracht hatte – ja, ich bin schon ziemlich special! Anyway, 1 Aufforderung, die „farm“ zu verlassen und 4 Telefongespräche später, hatten wir unseren nächsten Auffenthalt organisiert. Ein Glück! Nun haben wir eine neue Nummer 1 auf der Liste der schlechtesten wwoofing-Erfahrungen. Jippiiieeee Nun sind wir wirklich (wirklich!!!) in the middle of nowhere, 1 ½ Stunden von der nächsten kleinen Stadt entfernt, mitten im Wald, bei einer Frau und Tochter, die wieder mal einen ganz anderen Lifestyle als wir haben. Mit Outside-Toilette, Waschmaschine aus dem Mittelalter, Mäusen und anderen Kreaturen im Haus, dafür aber sehr nett. Was uns hier noch erwartet, werden wir sehen :-)
16.3.10 07:47
 


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bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


sombrero (16.3.10 17:16)
Moni, haltet durch! Und sagt nie, dass es nicht schlimmer kommen könnte. Denn das stimmt meistens nicht.

Und außerdem: Was euch nicht umbringt, macht euch stark!!! ;o)


Martin (21.3.10 19:11)
Wenn ihr wieder in Halle seid und wehleidig an eure außergewöhnliche Reise zurückdenken werdet, werde ich alles dafür tun, damit ihr euch ganz wie dort fühlen werdet: mein Klo nicht putzen, euch kochen lassen und kleinlich darauf achten, immer schön unfreundlich zu sein.


m (24.3.10 11:31)
lieber Martin,
Wir wissen doch, dass du dein Klo nicht putzt, nicht kochen kannst und immer super-duper-unfreundlich und doof bist!

wir vermissen dich auch :-)

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